Ferropolis – Das Streben Nach Freiheit
Von Freiheit zu Unfreiheit
Kunde
Ferropolis Stiftung Industriekultur gGmbH
Ort
Gräfenhainichen, Deutschland
Jahr
2026
Schlagwörter
  • Gesellschaft & Diskurs
  • Kultur & Wissen

Wer in der DDR nach Freiheit strebte, riskierte sie zu verlieren. Die Ausstellung Das Streben nach Freiheit widmet sich der Haftzwangsarbeit in den Braunkohletagebauen der DDR und macht ein bislang wenig beachtetes Kapitel deutscher Zeitgeschichte erfahrbar. Im Mittelpunkt stehen die persönlichen Erinnerungen ehemaliger Strafgefangener, die von ihrem Alltag zwischen Arbeitszwang, Entbehrungen und dem Verlust persönlicher Freiheit berichten.

Ausstellungsort ist eine nahezu vollständig erhaltene Gefangenenbaracke auf dem Gelände von Ferropolis. Das historische Gebäude diente einst als Pausen- und Umkleideraum für Häftlinge aus dem Gefängnis Bitterfeld, die im Tagebau Golpa-Nord Zwangsarbeit leisten mussten. Heute wird dieser authentische Ort selbst zum wichtigsten Exponat und schafft einen unmittelbaren Bezug zwischen Geschichte und Gegenwart.

NeoNext entwickelte die Szenografie und Ausstellungsgestaltung der ehemaligen Baracke in Ferropolis und realisierte eine räumliche Inszenierung, die historische Zeugnisse, persönliche Erinnerungen und audiovisuelle Medien miteinander verbindet.

Originale Spinde wurden zu Vitrinen umgestaltet und präsentieren eine Rekonstruktion der damaligen Arbeitskleidung. In einen der Spinde wurde ein Tablet mit einem Kurzfilm integriert, in dem ein Zeitzeuge von seinen Erfahrungen berichtet. Ergänzt wird die Ausstellung durch einen dokumentarischen Hauptfilm, der Interviews mit drei Zeitzeugen aus unterschiedlichen Perspektiven mit historischen Einordnungen verbindet.

Grafische Elemente verbinden die persönliche Ebene mit dem historischen Gesamtbild: Eine Zählgrafik macht das individuelle Schicksal eines Betroffenen sichtbar. Ergänzend veranschaulichen statistische Darstellungen und räumliche Visualisierungen die Dimensionen der Zwangsarbeit und zeigen weitere Orte dieses Systems.

Die Ausstellung schafft einen sensiblen Ort der Erinnerung und lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich mit den Themen Freiheit, Unfreiheit und der Würde der Selbstbestimmung auseinanderzusetzen.